Marianne Hainisch
* 14.10.1797 in Wien; † 28.10.1858 ebendaForschungsreisende und Reiseschriftstellerin
Ida Reyer ist das dritte Kind einer wohlhabenden Wiener Kaufmannsfamilie, wird gekleidet wie ihre fünf Brüder, liest bereits als Kind mit Vorliebe Reiseberichte und träumt davon, an Expeditionen teilzunehmen und ferne Länder zu sehen. Mit 17 verliebt sie sich in ihren Hauslehrer, mit 23 willigt sie in eine Vernunftehe mit dem 24 Jahre älteren Rechtsanwalt Dr. Mark Anton Pfeiffer ein. Mit 44, als ihre beiden Söhne erwachsen sind, trennt sie sich von ihrem Mann und setzt ihren Lebenstraum des Reisens in die Tat um. Vorbereitet durch das Erlernen von Sprachen und des Handwerks des Pflanzen- und Tierpräparierens, unternimmt sie ab 1842 sie mehrjährige Reisen, zuerst nach Jerusalem und bis ans Rote Meer, 1947/48 nach Brasilien über Chile, Tahiti, China, Hongkong, Singapur, Ceylon (Sri Lanka), Indien, Persien (Iran), Mesopotamien (Irak), Kaukasus, Schwarzes Meer und Konstantinopel (Istanbul) nach Griechenland nach Ägypten, Brasilien, China, Indien, Island und Tahiti, 1851 bis 1855 nach Südafrika, Borneo, Sumatra, Java und Nord- und Südamerika.
Während ihrer kurzen Aufenthalte in Wien wurde sie von der biedermeierlichen Wiener Gesellschaft bestaunt (zu einer Zeit, als der Orient von bewaffneten Expeditionen eben erst erkundet wurde, war es undenkbar, dass sich eine Frau ohne männlichen Begleitschutz auf solche Abenteuer einließ) und von den wissenschaftlichen Mitgliedern der geographischen Gesellschaften zunehmend anerkannt (z.B. erstes weibliches Ehrenmitglied der Berliner Geographischen Gesellschaft).
Die Reisen finanzierte sich Ida Pfeiffer mit den Honoraren aus ihren Feuilletonartikeln und (insgesamt 13) Büchern sowie mit exotischen Pflanzen, Insekten, Reptilien, Affen u.a., die sie an Museen in Wien und ganz Europa verkaufte. 1852 wagt sie sich als erste Weiße zum „Menschenfresser“-Volk Batak auf Sumatra. Auf ihre letzte Reise nach Madagaskar macht sie sich 1858 mit einem Empfehlungsschreiben von Alexander von Humboldt – wo sie in eine Verschwörung gegen die Königin Ranavalona I. verwickelt und nach einem Haftaufenthalt des Landes verwiesen wird.
Nach ihrer Rückkehr in Wien stirbt Ida Pfeiffer am Madagaskar-Fieber (Malaria). Grabstein mit ihrem Porträt auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe D, Grab 12). Ihre Wohnung war im 3. Bezirk, Münzgasse 1.
Straßengalerie