Irene Andessner – Citylights [Wiener Frauen]     03.07.-03.09.2008
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Schwarzes Brett

Reaktionen auf das Projekt, hier zum Teil gekürzt wiedergegeben. Kontaktadressen auf Anfrage.


WIENERIN Gewinnspiel

Die Zeitschrift WIENERIN verlost zweimal das Plakatset von Irene Andessner. Dazu geht man auf www.wienerin.at, registriert sich als Nutzer, kommt dann im Menü unter WIENERIN SERVICE, Unterpunkt »Gewinnen« auf das Gewinnspiel »Citylights Wiener Frauen«. Dort hat man drei Antwortmöglichkeiten, bei der die dritte Option »12« als richtige Antwort gewertet wird (auch wenn die von Andessner autorisierte Serie tatsächlich nur aus elf Plakaten besteht).

Einsendeschluss: 29. Oktober 2008

Wiener Frauen fehlen im Stadtbild

Es ist verblüffend, die Frauengestalten werden vergleichbarer, dadurch, dass die Unterschiedlichkeit der Fotos und auch der Gesichter ausgeschaltet/ aufgehoben ist, ohne dass man das Gefühl hat, dass alle Frauenperönlichkeiten über einen Kamm geschoren werden oder an jeweiliger Individualität Einbußen hinzunehmen haben, und man kommt kaum umhin, sich selbst irgendwo in einen wie auch immer gearteten Bezug zu dieser Reihe zu setzten und gedanklich eine Fortsetzung in die noch ungewisse Zukunft, also Perspektiven, zu entwickeln. Das stärkt den Rücken. Herzlichen Dank dafür!
P.S.: Die Wiener Frauen City Lights fehlen im Stadtbild!

Susanne Strobl, Regisseurin und Autorin, Wien, 11.09.2008


Aktualität der Vergangenheit

Mit der Neuinszenierung historischer Frauenbildnisse füllt Irene Andessner ihr eigenes Selbstbild, um der Wahrheit über sich selbst und der Synthese des Gesellschaftszusammenhangs unerschrocken ins Auge zu blicken. Um zu wissen, wer wir sind, müssen wir uns im sozialen, moralischen und kulturellen Raum auskennen. Es soll nicht möglich sein, allein ein Selbst zu sein. Wir definieren uns über andere Personen, über Bindungen und Identifikationen, die historisch aus dem Denken und der Praxis unserer Kultur gewachsen sind. Um uns selbst verstehen zu können, Perspektiven zu bilden, ist der Bezug auf die Vergangenheit notwendig, die erst dann entsteht, wenn wir uns auf sie beziehen. Irene Andessner leistet diese Erinnerungsarbeit, um sich selbst und die institutionalisierte Wirkungsweise des Gesellschaftszusammenhangs zu hinterfragen, anstatt diese bloss zu bedienen. Thematisch kommt dies am Stärksten in der Frage zum Ausdruck, was die sogennante Vergesellschaftung als Basis und Zwangzusammenhang individueller Entfaltung an den individuellen Personen und Dingen bewirkt. In der Praxis wird dies sichtbar an den individuellen Lebensläufen. Irene Andessner identifiziert und personifiziert an Hand der Lebensschicksale von Wiener Frauenpersönlichkeiten ein historisches Problembewusstsein als immer noch gegenwärtigen Problemzusammenhang und leistet damit im besten Sinne das, was Kunst zu leisten vermag, wenn sie aktuell genannt werden will. Sobald eine zeitüberschreitende Parallelität des Geschehens erkannt wird, besitzt die Vergangenheit plötzlich wieder Aktualität.
Kunstwerke, die ohne Problembewustsein auskommen, schließen in sich selbst eine Aktualisierung aus. Irene Andessners Projekt vergegenwärtigt uns, dass nur das, was tatsächlich unsere Lebenszusammenhänge berührt, eine Chance darauf hat, auch in einer zukünftigen Gegenwart nicht gleichgültig zu bleiben.

Andreas Paeslack, Berlin, 28.08.2008

Ähnliche Aktion für Luxemburg

Gratulation! Eine super Idee! Eine tolle Präsentation! Und sehr informativ.
Für Luxemburg würde ich mir einmal eine ähnliche Aktion wünschen. Manchmal habe ich hier das Gefühl als bräuchten wir hier erstmal solche Frauen. Ich lebte 25 Jahre in Berlin und tue mich schwer wieder hier anzukommen. Besonders da sich jetzt hier im Zeitalter der Gleichstellung zwischen Mann und Frau „Männerparteien“ www.ahl.lu <http://www.ahl.lu>  gründen und sich vor den kommenden Wahlen 2009 politisch engagieren.
Nochmals Gratulation und meine Achtung vor Frauen wie Ihnen, gut dass es sie auch heute gibt.

Sonja Reichert, Agent Culturel, Rodange, Luxemburg, 26.08.08

Gelungenes Casting

...und verwirrend, inspirierend, fesselnd ist die irritation, dass die fotos irgendwie nachgestellt sein müssen. gelungenes casting. es wundert mich nur, dass die namen der modelle verschwiegen wurden ... oder habe ich sie nur nicht gefunden ?

Katharina Conradi, Wien, 13.08.2008

 

Viele tolle Frauen

also ich finde das konzept sehr gut, weil es wirklich viele tolle frauen in wien gab UND AUCH NOCH GIBT!!!!!! gefällt mir sehr diese idee

Christa Urbanek, Kabaretteuse, Wien, 01.08.2008

Hitler-Bewunderinnen ausgeschlossen

Im Rahmen der Aktion »Wiener Frauen« werden ja bei den Gewista Citylights Portraits von berühmten Wienerinnen präsentiert. Im Seifert Verlag erscheint nun [angegeben mit ca. Sept. 2009] ein Buch zu Alma Mahler mit dem Titel »Immer wieder werden mich thätige Geister verlocken«. Alma Mahler-Werfels Briefe an Alban Berg und seine Frau. Nun wäre es ja sicherlich interessant, auch Alma Mahler in diese Reihe einzubinden bzw. im Rahmen der Bewerbung auch ev. auf das Buchhinzuweisen. Wir wollten uns nun aber vor allem bei Ihnen erkundigen, ob Alma Mahler in die Aktion »Wiener Frauen« miteinbezogen wird. 

Sonja Secklehner, Seifert Verlag, Wien, 29.07.2008

Sicher nicht. Und anstatt unkommentiert oder gar ehrerbietig publizierten Briefen Alma Mahler-Werfels empfehlen wir die Lektüre dieses Zitats aus ihrem Tagebuch: »Ich werde jetzt mit einem mir artfremden Volk bis ans Ende der Welt wandern müssen – und ich kann trotzdem nicht anders als mit größter Bewunderung Adolf Hitler, diesem heldischen Menschen, zuschauen, wie er siegreich über die Menschen schreitet.«. Die Redaktion


Lise Meitner selten im Licht

Mir gefällt Ihre Frauen-Visualisierungs-Idee sehr. Und ganz besonders, dass Wiener Frauen dabei sind, die eher selten im Licht stehen. Wovon es leider noch sehr viele gibt. Darunter Lise Meitner. Mein kleines Meitner-Porträt:  http://portraetgalerie.wordpress.com/2008/07/19/lise-meitner-durch-die-hintertur-ins-licht/

Annette Hexelschneider, Wien, 29.07.2008

 

Frauenbeispiele Beispielfrauen

Überall schauen mir diese bunt leuchtenden Frauen von Citylights entgegen und eigentlich ist’s immer dieselbe: Eine in Wien und Venedig (ach, Venedig!) lebende Künstlerin namens Irene Andessner, die derzeit mit Wiener Frauen auf die Straßen geht. Bertha von Suttner, ja fein, okay, das hab ich verstanden. Aber Emilie Flöge? Die war doch bloß Klimts Geliebte. Und Katharina Schratt? Jene des Kaisers Franz Joseph, Gott hab ihn selig! (...) Aber das kann doch nicht der Grund sein, ganz Wien damit zu plakatieren, dachte ich, hab mich zu dieser Kunst im öffentlichen Raum schlau gemacht und siehe da: (...) Diese Frauen sind tatsächlich auch nicht bloß Frauen von Männern, allesamt hatten sie selbst auch was aufm Kasten. (...) Alles Frauen, die entweder gänzlich unbekannt oder nur als Männermusen bekannt sind. (...) Solche Frauenbeispiele und Beispielfrauen machen deutlich: Es gibt keinen Grund, wieso immer nur die Männer bekannt sein sollten und berühmt. Und erst Recht gibt es keinen Grund, Frauen im Stand der Muse (und Mutter) auf ewig klein zu halten, sie nur das Coaching der Männer übernehmen zu lassen, anstatt auch mal ihr eigenes.

Nadine Kegele, Wien, 15.07.2008


Spannendes Projekt

spannendes, wichtiges projekt! 
(habe mich in den letzten 3 jahren als regisseur des theaterprojekts "melange fatale" intensiv mit dem wesentlichen beitrag von frauen zur wiener (kaffeehaus-)kultur und literatur auseinandergesetzt... da ist noch viel zu entdecken und aufzuholen in der öffentlichen bewußt-machung!) 
- ich vermisse etwa eugenie schwarzwald, berta zuckerkandl, milena jesenska... aber die auswahl muß natürlich notgedrungen begrenzt und subjektiv sein.
eine frage: weshalb wurde als "vorlage" für das portrait von gina kaus ein foto von elsie altmann-loos verwendet?

Christoph Prückner, 17.07.2008

Antwort: Zutreffend – die Auswahl der historischen Frauen hat Irene Andessner subjektiv getroffen. In der zu produzierenden Porträtmotivanzahl mussten wir uns nach der Decke strecken – von ursprünglich fast 40 hatten wir uns in einer frühen Projektphase auf 25 begrenzt, um uns dann den finanziellen Möglichkeiten entsprechend auf 12 bzw. 11 zu konzentrieren. Davon unberührt, gibt es natürlich viele vorbildliche Wienerinnen mehr. 
Milena Jesenská zum Beispiel gefällt Irene Andessner auch sehr gut (mal abgesehen davon, dass diese in ihrer Wiener Zeit eigentlich weiter als Pragerin anzusehen ist), doch in die Rolle von Frauen zu gehen, die im KZ ermordet wurden, hätte sie als Anmaßung empfunden.
Kaus/Altmann: Die Entscheidung gegen die historisch authentische Porträtreferenz und für eine andere Darstellung erfolgte sensibel im Zeitbezug, aber in künstlerischer Freiheit nach bildnerischen Gesichtspunkten. Die Redaktion


Frauen-kritische Positionen im Islam nicht angesprochen

Ihr Beitrag im Fernsehen ORF 2 über berühmte Frauen, die auf dem Wege zu Geschlechtergleichbehandlung 
wichtige Beiträge leisteten, veranlaßt mich zur Frage, wieso die Frauen unserer Tage gegenüber dem Islam 
keine klare Position einnehmen. Einerseits werden die Frauen-kritischen Positionen im Islam nicht angesprochen, andererseits werden Muslima in gesellschaftspolitischen 
Diskussionen überhaupt nicht wahrgenommen. Ich denke z.B. an die Club 2 Sendung über die Entwicklung 
der Sexualität seit 1968.

Harald Fiegl, 13.07.2008


Zu den Ausstattungsbeiträgen der Kohlmarkt-Geschäfte

Die Unternehmen der Wiener Einkaufsstraße Kohlmarkt haben den Großteil der Portraits der Wiener Frauen ausgestattet. Denn Tradition verpflichtet. So führte schon in der Zeit der Römer der Zugang zum „Castrum Vindobona“ über den Kohlmarkt. Und zahlreiche Erzeuger von Luxusbekleidung, die sich nach den Wünschen des Kaiserhofes orientierten, hatten sich in den Gewölben der Häuser angesiedelt. Alles was Rang und Namen hatte kleidete sich hier ein um gesellschaftlich „dabei“ zu sein.

Im 20. Jahrhundert, als der Kohlmarkt wieder zu angesagten Flaniermeile wurde, gesellten sich zu den ansässigen eleganten Bekleidungshäusern, Juwelieren und Familienbetrieben auch internationale Flagshipstores der verschiedensten modischen Luxusgüter. Daher ist es nicht verwunderlich, dass etliche Geschäftsleute vom Wiener Kohlmarkt die Ausstattung der „Wiener Frauen“ Portraits übernahmen. Dabei galt es den innovativen „Geist“ der neu portraitierten Frauen in die heutige Zeit zu transformieren. Also ganz nach dem Motto: Wie würden sich diese Frauen heute wohl zeitgemäß zu kleiden? Und da der Kohlmarkt schon immer die Vorreiterrolle in Sachen Lifestyle war, kleidete er diese wegweisenden Persönlichkeiten „neu“ ein. Denn der Kohlmarkt repräsentiert heute einerseits Tradition und orientiert sich andererseits nicht nur am Anspruchsdenken einer neuen Generation, er prägt sie.

Portraitmotiv / Unternehmen / Ausstattungsbeitrag:

Marianne Hainisch => Loden Plankl (Jacke)
Katharina Schratt => Juwelier Halder (Smaragd Collier)
Irene Harand => Juwelier Schullin (Schwarzen Perlenkette)
Hedy Lamarr => Rozet & Fischmeister (Ring, Ohrenringe)
Bertha von Suttner => Thomas Sabo (Weiße Perlenkette)
Margarete Schütte-Lihotzky => Thomas Sabo (Manschettenknöpfe)

Werner Hanzmann, Kohlmarkt-Komitee, Wien, 10.07.2008

 
Politische Persönlichkeiten im Blickfeld

Ich gratuliere Ihnen zur Fotoserie, die Wien verschönert und wichtige politische Persönlichkeiten, die vielfach in Vergessenheit geraten sind, wieder ins Blickfeld rückt.

Mag.a Doris Arztmann, Wien, 10.07.2008

 
Irene Harand-Platz ohne Straßenschild

Ich hab gerade ihre Homepage betrachtet und als Co-Autor einer Irene Harand-Biografie freut es mich natürlich besonders, dass Sie bei dem Projekt „Wiener Frauen“ auch an Irene Harand gedacht haben. Da Sie auch Rundgänge anbieten wird es Sie interessieren dass neben dem Harand-Hof im 1. Bezirk auch im 4. Bezirk ein Platz nach Irene Harand benannt worden ist. Es handelt sich um die Verkehrsfläche vor der Paulanerkirche: ein Straßenschild oder eine Plakete konnte ich aber keines entdecken… 

Dr. Christian Klösch, Wien, 08.07.2008

 
Portraittheater

Gratuliere ich zu dem gelungenen Projekt! Es hat mich besonders angesprochen, da wir Portraits besonderer Frauen mit den Stilmitteln des Theater umsetzten und auf die Bühne bringen. Unser nächstes Projekt ist Bertha von Suttner.

Brigitte Pointner, Portraittheater/Regie, Neulengbach, 05.07.2008

 
Zur Bewusstseinsbildung

Eine wunderbare idee – wunderschön umgesetzt! und die sujets fallen im stadtbild wirklich auf. gratulation! hoffentlich trägt es was bei zur bewußtseinsbildung – ein (männlicher) gesprächspartner gestern abend in der kunsthalle kannte nur drei (!) der frauen! 

Monika Mertl, Herausgeberin Salzburger Festspiel-Almanach, Wien, 04.07.2008

 
Lise Meitner-Zimmer in Seibersdorf

Unser Besprechungsraum im Forschungszentrum Seibersdorf wurde „Lise Meitner-Zimmer“ getauft. (Auch eine Gasse im Forschungszentrum heißt seit der Gründung 1956 nach ihr). Da mir Ihre Fotoportraits sehr gut gefallen, würde ich gerne das Fotoportrait von Lise Meitner dort aufhängen. 

Dr. Gert Sdouz, Forschungszentrum Seibersdorf, 04.07.2008

 
Porträtreferenz für Gina Kaus

Sie verwenden für Gina Kaus ein Foto von Anita Berber! Ob die Damen damit einverstanden wären?

Peter Habinger, 04.07.2008

Aufklärung: Irene Andessner hat das Madame D'Ora-Foto der Tänzerin (es handelt sich nach unseren Quellen um Elsie Altmann-Loos) bewusst als Porträtreferenz für Gina Kaus verwendet. Danke für den aufmerksamen Hinweis! Die Redaktion

 
Im richtigen Licht

Ihre Kunst, ihre be- und hinterleuchteten Kunstbilder sind lebendig, voll Licht und Leben. Diese inszenierten Fotos überwinden Zeit und Raum. Man hat das Gefühl, dieser oder jener historischen Frau körperlich gegenüberzusitzen. Andessner gibt Frauen aus der Geschichte, Kunst und Politik, die oft im Schatten eines „berühmten“ Mannes standen einen Platz. Sie bringt sie „ans Licht“. Durch die Hinterglasbeleuchtung werden diese Frauen wieder lebendig und bekommen jetzt den Platz, den sie „verdient“ haben. Für mich bezieht Andessner einen guten Teil ihrer Energie von den Seelen dieser Frauen, die sich teilweise seit Jahrhunderten danach sehnen, „im richtigen Licht“ als Person und nicht nur „als Zubehör“ gesehen zu werden. Dass sie als Künstlerin die historischen Frauen minutiös studiert und hervorragend darstellt, sich selbst dabei zurücknimmt und trotzdem ihren Körper zur Leinwand der Geschichte macht, ehrt sie ebenso wie ihre Bescheidenheit und seltenen öffentlichen Auftritte, bei denen sie „sie selbst“ oder „privat“ ist.

Mag. Johannes Kirchner, Wien, 23.06.2008

 


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